Ken tastete mit zitternden Händen und Fingern nach seinem Hals. Sie ergriffen ein dickes festes Halsband, das er nicht von seinem Hals lösen konnte. Verzweifelt zog und riss er an diesem eng anliegenden Ring um seinen Hals und er konnte ihn nicht lösen. Verzweifelt ließ er seine Hände zu Boden gleiten. Er stellte entsetzt fest, dass er nackt war. Von nun an würde er keine Sicherheit mehr haben, der letzte Rest an Schutz war ihm genommen.
Er hörte die Frau höhnisch lachen. Er blickte zu ihr auf. Sie stand vor dem Gitter, das ihn einsperrte und sah ihn böse an.
"Na, komm, Hänsel, steck doch mal deinen Finger heraus, damit ich ihn prüfen kann, ob er schon dick genug ist!" Sie lachte. Ken reagierte nicht, wütend blickte er zurück.
"Da hast es wohl noch nicht verstanden, wer hier zu sagen hat! Du gehorchst von nun an auf Knopfdruck!"
Ein elektrischer Schlag peitschte durch Kens Körper. Er bäumte sich auf und schrie vor Schmerz. Die Frau ließ den Knopf ihrer Fernbedienung los. Ken ließ sich auf seine Knie vor Entsetzen nieder.
"Na, Hänsel, wie ist das mit dem Finger?"
Ken schaute sie wütend an aber er verstand, dass er keine Wahl hatte.
Er stand auf und stand vor ihr in seiner nackten Männlichkeit voller Jugend und kam langsam näher an das Gitter. Müde und resigniert steckte er seinen rechten Zeigefinger durch das Gitter.
"Nein, nicht diesen Finger! Du Idiot! Möchtest Du, dass ich Dich tanzen lasse?" Sie hielt ihren Finger über die Taste ihrer Fernbedienung. Es wurde eine Fernbedienung für Ken.
Lesen Sie die nächste und 10. Folge: Der Sklave
Soap- Lyrik, also Soaplyrik, ist geschriebene Soap. Sie dient der kurzen Ablenkung, Zerstreuung und Entspannung. Sie soll für einen kurzen Moment amüsieren. das ist alles. Sie soll täglich erscheinen, auch wenn es vielleicht nicht immer gelingt. Einfach reinzappen und gucken. Wie beim TV.
Samstag, 27. November 2010
Sonntag, 21. November 2010
8. Folge: Das Licht
Wie sollte Janet Wärme in sich ausstrahlen, wenn sie "das" sah, sehen musste, wenn der Schreck sie in noch größere Kälte stürzte? Wie gebannt starrte ihr inneres Auge auf die schreckliche Szene.
Ken lag bewusstlos auf dem Boden und diese grauenvolle Frau öffnete die Gittertür und betrat mit einem Gegenstand in der Hand den vergitterten Raum. Sie beugte sich zu dem Bewusstlosen hinunter und legte ihm so etwas wie ein Hundehalsband um den Hals. Dann begann sie Ken zu entkleiden. Erst machte sie systematisch alle Knöpfe auf und Reißverschlüsse und dann zog sie dem völlig entschlafften alles aus, sogar die Unterhose. Sie betrachtete den völlig nackt auf dem Fußboden rücklings daliegenden Ken und schob mit ihren Füßen, die in komfortablen und kuscheligen bunten Hüttenschuhe steckten, die Beine Kens auseinander. Genüsslich betrachtete sie, was es da zu sehen gab.
Janet fühlte eine Hitzewelle in sich aufsteigen. Wut brannte in ihr wie Feuer. Ihr schon bedrohlich flacher Atem wurde stärker. Ihr Brustkorb begann sich beim Einatmen zu heben und das schon dicker werdende Eis auf ihrem Körper und in der Kleidung begann zu reißen.
Sie sah, wie die grausame Frau mit der Fußspitze ihres rechten Hüttenschuh an demjenigen Körperteil Kens spielte, für das sich Janet eigentlich die Exklusivrechte beansprucht hatte. Janets Muskeln spannten sich an. Sie wusste nicht mehr, dass sie mitten in der Nacht in schwindelnder Höhe an einer nasskalten Felswand gebunden war, mit dem Mantelgürtel an dem Gott sei Dank vergessenen Bergsteigerhaken. Und das, weil sie sich verstiegen hatte, weil sie nur mal kurz spazieren gehen wollte weil sich Ken verspätet hatte. Sie hätte treu auf ihn warten sollen, hätte ihn wenn auch als verspätet heimkehrenden freudig mit heißen Küssen begrüßen sollen, wie es sich gehört, um dann gemeinsam als zärtlich beginnendes Vorspiel spazieren zu gehen. Aber sie hatte sich über seine Verspätung geärgert und musste ja bockig weil beleidigt alleine gehen. Das hatte sie jetzt davon. Janet wurde sehr wütend und das tat ihrem fast völlig erfrorenen Körper gut. Niemand kann sich so tief aufregen wie eine liebende Frau. Bei Janet hatte das gesundheitsfördernde Wirkungen. Der Blutdruck stieg, Hitze entstand. Das innere Dunkel wich einem aufglühenden inneren Licht. Und Janet blieb wach, nein, sie wurde wacher, hellwach, als sie erkannte, was die böse Frau um den Hals ihres Ken gelegt hatte!
Die Frau verließ Kens Käfig und schloss sorgsam die Tür ab. Dann nahm sie ein Gerät, ähnlich einer Fernbedienung in die Hand und drückte auf einen Schalter. Kens Körper bäumte sich auf, krümmte sich, die Arme und Beine schlugen wie wild auf den Fußboden, Ken wurde abrupt wach und schrie. Zu seinen Schmerzen und seinem eigenen Schreien vernahm er das böse Lachen der Hexe.
Fortsetzung folgt. Lesen Sie die 9. Folge: Der Teletac
Ken lag bewusstlos auf dem Boden und diese grauenvolle Frau öffnete die Gittertür und betrat mit einem Gegenstand in der Hand den vergitterten Raum. Sie beugte sich zu dem Bewusstlosen hinunter und legte ihm so etwas wie ein Hundehalsband um den Hals. Dann begann sie Ken zu entkleiden. Erst machte sie systematisch alle Knöpfe auf und Reißverschlüsse und dann zog sie dem völlig entschlafften alles aus, sogar die Unterhose. Sie betrachtete den völlig nackt auf dem Fußboden rücklings daliegenden Ken und schob mit ihren Füßen, die in komfortablen und kuscheligen bunten Hüttenschuhe steckten, die Beine Kens auseinander. Genüsslich betrachtete sie, was es da zu sehen gab.
Janet fühlte eine Hitzewelle in sich aufsteigen. Wut brannte in ihr wie Feuer. Ihr schon bedrohlich flacher Atem wurde stärker. Ihr Brustkorb begann sich beim Einatmen zu heben und das schon dicker werdende Eis auf ihrem Körper und in der Kleidung begann zu reißen.
Sie sah, wie die grausame Frau mit der Fußspitze ihres rechten Hüttenschuh an demjenigen Körperteil Kens spielte, für das sich Janet eigentlich die Exklusivrechte beansprucht hatte. Janets Muskeln spannten sich an. Sie wusste nicht mehr, dass sie mitten in der Nacht in schwindelnder Höhe an einer nasskalten Felswand gebunden war, mit dem Mantelgürtel an dem Gott sei Dank vergessenen Bergsteigerhaken. Und das, weil sie sich verstiegen hatte, weil sie nur mal kurz spazieren gehen wollte weil sich Ken verspätet hatte. Sie hätte treu auf ihn warten sollen, hätte ihn wenn auch als verspätet heimkehrenden freudig mit heißen Küssen begrüßen sollen, wie es sich gehört, um dann gemeinsam als zärtlich beginnendes Vorspiel spazieren zu gehen. Aber sie hatte sich über seine Verspätung geärgert und musste ja bockig weil beleidigt alleine gehen. Das hatte sie jetzt davon. Janet wurde sehr wütend und das tat ihrem fast völlig erfrorenen Körper gut. Niemand kann sich so tief aufregen wie eine liebende Frau. Bei Janet hatte das gesundheitsfördernde Wirkungen. Der Blutdruck stieg, Hitze entstand. Das innere Dunkel wich einem aufglühenden inneren Licht. Und Janet blieb wach, nein, sie wurde wacher, hellwach, als sie erkannte, was die böse Frau um den Hals ihres Ken gelegt hatte!
Die Frau verließ Kens Käfig und schloss sorgsam die Tür ab. Dann nahm sie ein Gerät, ähnlich einer Fernbedienung in die Hand und drückte auf einen Schalter. Kens Körper bäumte sich auf, krümmte sich, die Arme und Beine schlugen wie wild auf den Fußboden, Ken wurde abrupt wach und schrie. Zu seinen Schmerzen und seinem eigenen Schreien vernahm er das böse Lachen der Hexe.
Fortsetzung folgt. Lesen Sie die 9. Folge: Der Teletac
Samstag, 20. November 2010
7. Folge: Oh, Gott!
"Janet, Janet!" Sie hörte Ken deutlich rufen. War es real oder Einbildung? Sie war an der nasskalten Felswand in schwindelnder Höhe in einer verzweifelten und ausweglosen Situation. Nur mit ihrem Mantelgürtel an einem vergessenen Bergsteigerhaken befestigt, hing sie in der Kälte. Eis hatte sich auf ihren Augen gebildet. Der Körper war wie gefroren. Aber sie hatte einen Platz in ihrem Inneren gefunden, der warm war, und sie versuchte diese Wärme in ihrem Inneren auszudehnen. Ein Kampf der inneren Wärme gegen die äußere Kälte.
"Janet, hilf mir!" Warum? Sollte Ken nicht ihr helfen? Was war los? Sie erinnerte sich daran, dass sie Ken in einer fremden Küche gesehen hatte. Was machte er da?
Sie ließ ihre Aufmerksamkeit in diese Erinnerung schweifen. Und sie sah wieder Ken vor dieser Küche. Er sah verzweifelt aus. Gefängnisgitter vor ihm kerkerten ihn ein. Auf dem Herd dampfte der Römertopf mit menschlichem Fleisch. Vor dem Gitter eine Frau. Sie holte aus einem Schrank ein Gewehr. Langsam, jeden Schritt auskostend schritt sie auf das Gitter zu. Ihr Gesicht voller Freude. Ken verzweifelt, er versuchte, sich zu verstecken. Er schaute im Raum herum, um eine Deckung zu finden. Die Frau ließ ihm genüsslich Zeit, festzustellen, dass es keine Deckung und keine Rettung für ihn gab. Ken blieb stehen und sah die Frau an.
"Warum machst Du das? Sprich mit mir!" Seine Stimme war voller Angst.
Sie hob das Gewehr und legte auf ihn an. Sie zielte auf seinen Kopf, dann schwenkte langsam das Gewehr auf seinen Bauch und dann auf sein Herz.
"Nein!" schrie Janet auf. "Nein!" Sie war in dieser Szene als wäre sie tatsächlich mit dabei. Aber sie konnte nicht handeln, sie konnte nur sehen! Da war Ken, den sie liebte und als sie seine Hilflosigkeit sah, liebte sie ihn noch mehr. Denn sie wusste, was Hilflosigkeit war. Sie war es selber. Eine Hilflose sah die Hilflosigkeit desjenigen Menschen, den sie liebte. Und sie erkannte, wie sehr sie ihn liebte.
Ihr Herz floss zu Ken hin und sie hoffte, es möge ihm helfen, wenn diese grausame Frau abdrücken würde.
Ken begann hin und her zu springen. Das würde den Schuss unmöglich machen, hoffte er. Aber diese Frau lachte nur.
"Spring, Hase, spring du nur! Wie lange kannst du springen? Ich habe Zeit!"
Janet versuchte Ken Kraft zu geben. Sicher, irgendwann würde er erschöpft aufgeben müssen, aber man darf nie aufgeben. Ein Wunder kann immer möglich sein!
Und tatsächlich, sie hatte Recht. Diese schreckliche Frau hatte Recht. Ken wurde es müde. Er wollte nicht mehr hin und her springen.
Er stand vor ihr den Schuss erwartend. Und sie schoss. Janet schrie auf und der Betäubungspfeil bohrte sich in Kens Oberschenkel.
Wie gehts weiter? Lesen Sie die 8. Folge: Das Licht
"Janet, hilf mir!" Warum? Sollte Ken nicht ihr helfen? Was war los? Sie erinnerte sich daran, dass sie Ken in einer fremden Küche gesehen hatte. Was machte er da?
Sie ließ ihre Aufmerksamkeit in diese Erinnerung schweifen. Und sie sah wieder Ken vor dieser Küche. Er sah verzweifelt aus. Gefängnisgitter vor ihm kerkerten ihn ein. Auf dem Herd dampfte der Römertopf mit menschlichem Fleisch. Vor dem Gitter eine Frau. Sie holte aus einem Schrank ein Gewehr. Langsam, jeden Schritt auskostend schritt sie auf das Gitter zu. Ihr Gesicht voller Freude. Ken verzweifelt, er versuchte, sich zu verstecken. Er schaute im Raum herum, um eine Deckung zu finden. Die Frau ließ ihm genüsslich Zeit, festzustellen, dass es keine Deckung und keine Rettung für ihn gab. Ken blieb stehen und sah die Frau an.
"Warum machst Du das? Sprich mit mir!" Seine Stimme war voller Angst.
Sie hob das Gewehr und legte auf ihn an. Sie zielte auf seinen Kopf, dann schwenkte langsam das Gewehr auf seinen Bauch und dann auf sein Herz.
"Nein!" schrie Janet auf. "Nein!" Sie war in dieser Szene als wäre sie tatsächlich mit dabei. Aber sie konnte nicht handeln, sie konnte nur sehen! Da war Ken, den sie liebte und als sie seine Hilflosigkeit sah, liebte sie ihn noch mehr. Denn sie wusste, was Hilflosigkeit war. Sie war es selber. Eine Hilflose sah die Hilflosigkeit desjenigen Menschen, den sie liebte. Und sie erkannte, wie sehr sie ihn liebte.
Ihr Herz floss zu Ken hin und sie hoffte, es möge ihm helfen, wenn diese grausame Frau abdrücken würde.
Ken begann hin und her zu springen. Das würde den Schuss unmöglich machen, hoffte er. Aber diese Frau lachte nur.
"Spring, Hase, spring du nur! Wie lange kannst du springen? Ich habe Zeit!"
Janet versuchte Ken Kraft zu geben. Sicher, irgendwann würde er erschöpft aufgeben müssen, aber man darf nie aufgeben. Ein Wunder kann immer möglich sein!
Und tatsächlich, sie hatte Recht. Diese schreckliche Frau hatte Recht. Ken wurde es müde. Er wollte nicht mehr hin und her springen.
Er stand vor ihr den Schuss erwartend. Und sie schoss. Janet schrie auf und der Betäubungspfeil bohrte sich in Kens Oberschenkel.
Wie gehts weiter? Lesen Sie die 8. Folge: Das Licht
Freitag, 19. November 2010
6. Folge: Stimmen im Nebel
Janet an der nasskalten Felswand. Die Nacht war angebrochen. Finsternis umhüllte sie. Sie spürte den Nebel um sich. Sie hatte eine innere Wärme gefunden. Ob es Einbildung war oder real, das war ihr egal. Sie konnte sich innerlich einigermaßen wohlfühlen und versuchen, ihre schreckliche äußere Lage zu kompensieren. Allerdings nur versuchen. Sie erinnerte sich, dass sie früher einmal in einem Workshop über glühende Kohlen gegangen war. Wenn man Hitze nicht spürt, dann muss man auch Kälte nicht unbedingt spüren müssen.
Janet versuchte, die warme Innerlichkeit weiter in sich auszubreiten. In ihrem Kopf irgendwo hörte sie Ken nach ihr rufen. Anfänglich war es ihr klar, dass es nur Einbildung war und die Vorstellung ihrer Rettung sich in ihr psychologisch manifestierte. Der Gedanke meldete sich, warum Ken sie nicht retten käme. Er müsste sie doch vermissen. Hatte sie nicht auf einen Zettel geschrieben, dass sie auf "ihrem" Weg etwas gehen wollte? Hatte sie nicht den Zettel auf den Tisch gelegt? Hatte sie nicht den Schlüssel unter die Fußmatte am Eingang gelegt?
Aber diese Gedanke wurde Janet zunehmend zu anstrengend. Sie konnte nicht anders, als sich in die innere Wärme, wenn auch eingebildet, fallen zu lassen. Und wenn sie sich fallen ließ, hörte sie um so deutlicher Ken nach ihr rufen. Wenn es doch wahr wäre! Sie versuchte, die Augen zu öffnen. Die Lider waren schon mit dünnem Eis verschlossen. Sie konnte die Augen nicht öffnen. Aber sie glaubte, sie würde die Augen öffnen. Der Traum hatte die Realität übernommen. Ja, sie sah Ken, er stand vor ihr. Aber warum war er in einer Küche? Er müsste doch an einem Seil hängen und sich von oben abgeseilt haben. Er rief ihr etwas zu. Was rief er? Und in welcher Küche stand er? Sie hatte diesen Herd noch nie gesehen! Und warum pulsierte der Römertopf auf dem Herd? Sie konnte in ihn hineinschauen und sie erschrak. Sie sah einen Mensch in diesem Topf. Ein gekochter Mensch. Arme und Beine in Stücke geschnitten.
Sie war geschockt. Halluzinierte sie? Sie zwang sich zur Realität, schüttelte sich innerlich, zwang sich zur Wachheit und sie wurde langsam wach. Sie fühlte zunehmend das Eis auf ihren Augen und erkannte, dass sie gar nicht sehen konnte, dass die Lider zu schwach waren, das Eis auf ihnen zu brechen.
Wie gehts weiter? Lesen Sie die 7. Folge: Oh, Gott!
Janet versuchte, die warme Innerlichkeit weiter in sich auszubreiten. In ihrem Kopf irgendwo hörte sie Ken nach ihr rufen. Anfänglich war es ihr klar, dass es nur Einbildung war und die Vorstellung ihrer Rettung sich in ihr psychologisch manifestierte. Der Gedanke meldete sich, warum Ken sie nicht retten käme. Er müsste sie doch vermissen. Hatte sie nicht auf einen Zettel geschrieben, dass sie auf "ihrem" Weg etwas gehen wollte? Hatte sie nicht den Zettel auf den Tisch gelegt? Hatte sie nicht den Schlüssel unter die Fußmatte am Eingang gelegt?
Aber diese Gedanke wurde Janet zunehmend zu anstrengend. Sie konnte nicht anders, als sich in die innere Wärme, wenn auch eingebildet, fallen zu lassen. Und wenn sie sich fallen ließ, hörte sie um so deutlicher Ken nach ihr rufen. Wenn es doch wahr wäre! Sie versuchte, die Augen zu öffnen. Die Lider waren schon mit dünnem Eis verschlossen. Sie konnte die Augen nicht öffnen. Aber sie glaubte, sie würde die Augen öffnen. Der Traum hatte die Realität übernommen. Ja, sie sah Ken, er stand vor ihr. Aber warum war er in einer Küche? Er müsste doch an einem Seil hängen und sich von oben abgeseilt haben. Er rief ihr etwas zu. Was rief er? Und in welcher Küche stand er? Sie hatte diesen Herd noch nie gesehen! Und warum pulsierte der Römertopf auf dem Herd? Sie konnte in ihn hineinschauen und sie erschrak. Sie sah einen Mensch in diesem Topf. Ein gekochter Mensch. Arme und Beine in Stücke geschnitten.
Sie war geschockt. Halluzinierte sie? Sie zwang sich zur Realität, schüttelte sich innerlich, zwang sich zur Wachheit und sie wurde langsam wach. Sie fühlte zunehmend das Eis auf ihren Augen und erkannte, dass sie gar nicht sehen konnte, dass die Lider zu schwach waren, das Eis auf ihnen zu brechen.
Wie gehts weiter? Lesen Sie die 7. Folge: Oh, Gott!
Dienstag, 16. November 2010
5. Folge: Gefangen
"Was soll das?" Ken rappelte an den Gitterstäben. Daniela schaute ihn nur an und lächelte.
"Iss Gulasch!" sagte sie nur und schaute ihn weiter starr an.
"Was soll der Unsinn?" Ken wurde ungeduldig, "mach keinen Quatsch! Lass mich raus!"
"Das geht nicht mehr! Du wirst da drin bleiben müssen!" Daniela zeigte Bedauern, was allerdings ironisch gemeint war.
"Wenn ich zu irgendetwas keinen Bock habe, ist es, hier drin gefangen zu sein! Das ist Freiheitsberaubung, ein Strafdelikt!"
"Es wird noch viel mehr sein als das! Kennst Du die Geschichte von Hänsel und Gretel?"
"Und Du die Hexe?"lachte er.
"Ja, ich die Hexe!" Ihre Augen blickten starr auf ihn.
"Und wann wirst Du mich verspeisen?" lachte Ken noch auf, aber dann sah er in ihren Augen etwas Fremdes, was ihn erschreckte. Das sah gar nicht gut aus.
"Iss Deinen Gulasch. Dann wirst Du kräftiger und mache Liegestütze, dann kriegst Du kräftigere Muskeln!"
Janet hatte an der nass-kalten Felswand hängend eine Stelle in ihrem Bewusstsein gefunden, in der sie die nasse Kälte nicht spürte.
Sie war, wenn sie so wollte sogar warm. Ob Einbildung oder nicht, das war Janet völlig egal, diese Stelle gab ihr Wärme.
Ob Ken nun endlich das Blockhaus, ihr Blockhaus erreicht hatte? Ob er endlich angekommen war? Und würde er sie suchen? Natürlich würde er sie suchen, er würde herumlaufen und laut nach ihr rufen und sie musste die Kraft haben, laut antworten zu können. Dann würde die Bergwacht kommen und alles wäre gut. Sie müsste nur wach bleiben, damit sie ihn hören könnte. Sagte sie sich und lauschte in die nebelige Umgebung. War da nicht, rief er da nicht schon? Hörte sie da nicht schon das befreiende "Janet! Janet!"
Hatte sie es nicht gerade eben gehört? Oder war es eine Einbildung?
Lesen Sie in der 6. Folge: Stimmen im Nebel
"Iss Gulasch!" sagte sie nur und schaute ihn weiter starr an.
"Was soll der Unsinn?" Ken wurde ungeduldig, "mach keinen Quatsch! Lass mich raus!"
"Das geht nicht mehr! Du wirst da drin bleiben müssen!" Daniela zeigte Bedauern, was allerdings ironisch gemeint war.
"Wenn ich zu irgendetwas keinen Bock habe, ist es, hier drin gefangen zu sein! Das ist Freiheitsberaubung, ein Strafdelikt!"
"Es wird noch viel mehr sein als das! Kennst Du die Geschichte von Hänsel und Gretel?"
"Und Du die Hexe?"lachte er.
"Ja, ich die Hexe!" Ihre Augen blickten starr auf ihn.
"Und wann wirst Du mich verspeisen?" lachte Ken noch auf, aber dann sah er in ihren Augen etwas Fremdes, was ihn erschreckte. Das sah gar nicht gut aus.
"Iss Deinen Gulasch. Dann wirst Du kräftiger und mache Liegestütze, dann kriegst Du kräftigere Muskeln!"
Janet hatte an der nass-kalten Felswand hängend eine Stelle in ihrem Bewusstsein gefunden, in der sie die nasse Kälte nicht spürte.
Sie war, wenn sie so wollte sogar warm. Ob Einbildung oder nicht, das war Janet völlig egal, diese Stelle gab ihr Wärme.
Ob Ken nun endlich das Blockhaus, ihr Blockhaus erreicht hatte? Ob er endlich angekommen war? Und würde er sie suchen? Natürlich würde er sie suchen, er würde herumlaufen und laut nach ihr rufen und sie musste die Kraft haben, laut antworten zu können. Dann würde die Bergwacht kommen und alles wäre gut. Sie müsste nur wach bleiben, damit sie ihn hören könnte. Sagte sie sich und lauschte in die nebelige Umgebung. War da nicht, rief er da nicht schon? Hörte sie da nicht schon das befreiende "Janet! Janet!"
Hatte sie es nicht gerade eben gehört? Oder war es eine Einbildung?
Lesen Sie in der 6. Folge: Stimmen im Nebel
Samstag, 13. November 2010
4. Folge: Römertopf- Gulasch
Janet hatte sich bis auf einen kleinen, einen ganz kleinen inneren Raum in ihrem innersten Selbst zurückgezogen, sie hoffte, dass die eisige Kälte dorthin nicht dringen könnte.
Je mehr sie die Überlebenschance ihres Körpers schon aufgegeben hatte, desto mehr erkannte sie tief im Inneren ihres kleinen noch warmen Raumes, dass sie leben wollte. Nein, sie wollte auf keinen Fall sterben, schon allein deswegen, um Ken ganz gehörig die Meinung zu sagen, denn er war es schuld, dass sie in diese schlimme Lage geraten war. Wäre er pünktlich gekommen, wäre das nicht geschehen.
Wasser lief an dem nackten Fels der Felswand hinunter und nässte ihren Körper, den sie an diese ungemütliche harte Wand drückte. Gott sei Dank hatte sie einen vergessenen Bergsteigerhaken in der Wand gefunden, an dem sie sich mit dem Gürtel ihres Mantels festgebunden hatte.
"Leben, einfach leben!" dachte sie. Es dämmerte ihr, dass einfach nur zu leben, auch ohne Ansprüche und Ziele auch ganz schön sei. Selbst auch ohne Ken.
Ken lief hinter Daniela her und der Gedanken an ein gemütliches Zusammensein mit ihr anstelle von Janet und vor allem an den Römertopf- Gulasch beschleunigte seine Schritte, was auch notwendig war, denn Daniela lief schnell voraus. Der Weg wurde schmaler und der Abgrund tiefer, Der Weg war steinig und die Steine rutschten unter den Tritten. Die Nebelwand kam näher und ihre ersten weißen Arme erreichten Daniela, sodass er sie kaum noch sehen konnte. Aber dann ließ der Nebelarm sie wieder für kurze Momente los und er sah sie, wie sie schnell und schneller ging.
Eine Kurve der nach oben führenden Serpentine folgte die nächste und dann, endlich, nach langem Fußmarsch, sah Ken die Umrisse einer Hütte. Daniela hatte die Tür erreicht und sie mit einem Schlüssel geöffnet. Sie verschwand in der Hütte und als Ken erschöpft ebenfalls in die Hütte kam, brannte die Petroleumlampe auf dem Tisch und der offene Kamin hatte Feuer und verströmte seine wohltuende Wärme.
Ken rieb sich die Hände vor Freude. Er erkannte an der hinteren Wand des nur einen Raumes den Herd, von dem ein leichtes und warmes Summen ausging.
"Wenn Du Gulasch willst, dahinten im Herd, bedien dich!" sagte Daniela und ließ sich auf einer Bank nieder.
Ken ging hungrig zum Herd, nahm die dicken Stoffhandschuhe vom Haken neben dem Herd, bückte sich, um die Herdtür zum inneren Ofen zu öffnen und da hörte er ein Geräusch, das sich wie Rutschen von Eisen über Eisen anhörte und dann hörte er ein Schnappen. Wie ein Schloss einschnappt. Aber da war doch gar kein Eisen und kein Schloss gewesen, dachte er und sah voller Freude den heißen Römertopf im Herd.
Er packte ihn mit den dicken Handschuhen fest an und hob ihn aus den Ofen heraus und stellte ihn auf die Herdplatte.
"Da ist er!" sagte er und drehte sich zu Daniela um.
Und da sah er es: Ein Gitter trennte ihn von Daniela. Ein Gitter war hinter ihm heruntergegangen.
"Was soll das?" Seine Stimme klang scharf und auch schon verschüchtert, denn ihm dämmerte etwas, was er aber noch nicht glauben wollte. Er war gefangen.
Daniela sah ihn an und lächelte.
Janet hatte sich bis auf einen kleinen, einen ganz kleinen inneren Raum in ihrem innersten Selbst zurückgezogen, sie hoffte, dass die eisige Kälte dorthin nicht dringen könnte.
Je mehr sie die Überlebenschance ihres Körpers schon aufgegeben hatte, desto mehr erkannte sie tief im Inneren ihres kleinen noch warmen Raumes, dass sie leben wollte. Nein, sie wollte auf keinen Fall sterben, schon allein deswegen, um Ken ganz gehörig die Meinung zu sagen, denn er war es schuld, dass sie in diese schlimme Lage geraten war. Wäre er pünktlich gekommen, wäre das nicht geschehen.
Wasser lief an dem nackten Fels der Felswand hinunter und nässte ihren Körper, den sie an diese ungemütliche harte Wand drückte. Gott sei Dank hatte sie einen vergessenen Bergsteigerhaken in der Wand gefunden, an dem sie sich mit dem Gürtel ihres Mantels festgebunden hatte.
"Leben, einfach leben!" dachte sie. Es dämmerte ihr, dass einfach nur zu leben, auch ohne Ansprüche und Ziele auch ganz schön sei. Selbst auch ohne Ken.
Ken lief hinter Daniela her und der Gedanken an ein gemütliches Zusammensein mit ihr anstelle von Janet und vor allem an den Römertopf- Gulasch beschleunigte seine Schritte, was auch notwendig war, denn Daniela lief schnell voraus. Der Weg wurde schmaler und der Abgrund tiefer, Der Weg war steinig und die Steine rutschten unter den Tritten. Die Nebelwand kam näher und ihre ersten weißen Arme erreichten Daniela, sodass er sie kaum noch sehen konnte. Aber dann ließ der Nebelarm sie wieder für kurze Momente los und er sah sie, wie sie schnell und schneller ging.
Eine Kurve der nach oben führenden Serpentine folgte die nächste und dann, endlich, nach langem Fußmarsch, sah Ken die Umrisse einer Hütte. Daniela hatte die Tür erreicht und sie mit einem Schlüssel geöffnet. Sie verschwand in der Hütte und als Ken erschöpft ebenfalls in die Hütte kam, brannte die Petroleumlampe auf dem Tisch und der offene Kamin hatte Feuer und verströmte seine wohltuende Wärme.
Ken rieb sich die Hände vor Freude. Er erkannte an der hinteren Wand des nur einen Raumes den Herd, von dem ein leichtes und warmes Summen ausging.
"Wenn Du Gulasch willst, dahinten im Herd, bedien dich!" sagte Daniela und ließ sich auf einer Bank nieder.
Ken ging hungrig zum Herd, nahm die dicken Stoffhandschuhe vom Haken neben dem Herd, bückte sich, um die Herdtür zum inneren Ofen zu öffnen und da hörte er ein Geräusch, das sich wie Rutschen von Eisen über Eisen anhörte und dann hörte er ein Schnappen. Wie ein Schloss einschnappt. Aber da war doch gar kein Eisen und kein Schloss gewesen, dachte er und sah voller Freude den heißen Römertopf im Herd.
Er packte ihn mit den dicken Handschuhen fest an und hob ihn aus den Ofen heraus und stellte ihn auf die Herdplatte.
"Da ist er!" sagte er und drehte sich zu Daniela um.
Und da sah er es: Ein Gitter trennte ihn von Daniela. Ein Gitter war hinter ihm heruntergegangen.
"Was soll das?" Seine Stimme klang scharf und auch schon verschüchtert, denn ihm dämmerte etwas, was er aber noch nicht glauben wollte. Er war gefangen.
Daniela sah ihn an und lächelte.
Freitag, 12. November 2010
Wie gehts weiter, Janet?
3. Folge: Daniela und das Tantra des Todes
In der Blockhütte war niemand. Ken klopfte und starrte durch die kleinen Fensterscheiben und rief laut ihren Namen. Es war dunkel geworden und die Tür war verschlossen. Einbruchsicher. Der Lift war schon nicht mehr in Betrieb. Ken war mit der letzten Fahrt gekommen.
Jetzt saß er fest. Er suchte mit den Augen nach einem Überlebensplätzchen für die Nacht. Unruhe kam in ihm auf. warum war Janet nicht zu hause? Es war doch ihr geheimes Zuhause dort oben in den Bergen! Er holte sein Mobilphon aus der Tasche und wollte sie an läuten, aber es war kein Netz vorhanden. Missmutig stapfte er wieder und wieder um das Blockhaus, eine Lösung zu finden sich erhoffend. War sie gar nicht gekommen? Kommt sie erst morgen? Janet war doch gar nicht so unzuverlässig! Oder doch? Da hatte es doch schon mal Situationen gegeben, wo sie unpünktlich gewesen war. Unmut machte sich in Ken breit.
Seine romantische Hoffnung schlug um in Enttäuschung und dann in leichtem Zorn auf eine Frau, die er liebte und die in schon aussichtslkoser Lage an kalter und nasser Felswand hing ohne dass er es wissen konnte und überhaupt jemand.
Und nur, weil er zu spät gekommen war! Deshalb hatte sie einen kleinen Spaziergang gemacht, war im Nebel vom Weg abgekommen und steckte nun an der Wand fest. Sie hatte einen Haken, den ein früherer Bergsteiger in der Wand gelassen hatte, mit fast erfrorenen Fingern ertastend gefunden und hatte sich an ihn mit dem Gürtel ihres Mantels festgebunden. So konnte sie wenigstens nicht mehr abstürzen. Unter ihr war eine Grauen erregende Tiefe, deren Grund sie im Nebel Gott sei Dank nicht sehen konnte. Nur gegen die Kälte konnte sie nichts tun. Sie konnte nur in einem kleinen Teil ihres Bewusstseins still verbleiben und versuchen, diesen mit warmen Gedanken aufzuheizen. Aber ob das vom Kältetod retten konnte, das wusste sie nicht. Sie konnte nur hoffen.
Die eiskalten Nebelfinger der Nebelwand klebten schon längst an ihrer Haut, die nicht mehr warm und sinnlich war, sondern so hart und so abstoßend wie Eis in den Kältekammern eines Leichenschauhauses.
Ken setzte sich auf einen Stapel Holzblöcke. Er vergrub seinen Kopf in seine Hände und begann die Kälte zu fühlen. Ob er ein Fenster einschlagen sollte? Das würde nichts nutzen, denn das Fenster war zu schmal für Kent. Er würde nicht hindurch passen.
"Na, ausgesperrt?" Er hörte eine Stimme, er hatte niemanden herannahen gehört, aber neben ihm stand eine plötzlich eine Frau. Erst hoffte er, Janet zu sehen, aber es war nicht Janet.
"Ich bin hier verabredet aber es ist keiner da!"
"Du wirst hier erfrieren. Komm mit, ich habe eine Hütte ganz in der Nähe. Und im Ofen ist ein warmes Essen im Römertopf!" Ihre Stimme war sehr verlockend, so wie das warme Essen und überhaupt, sie sah doch sehr anregend aus. War es Janet nicht selber schuld, dass er mit ihr ging? Sie hatte etwas an sich, das ihn wie magisch anzog.
"Ken!" stellte er sich vor.
"Daniella!" antwortete sie und gab ihm ihre Hand. Sie fühlte sich an, dass ihm sein Herz bis in den Hals schlug. Sie sah es und sagte freundlichst: "Es ist kalt hier ob ohne Feuer und etwas Warmes zu essen! Wir müssen sehen, dass wir schnell zu mir nach hause gelangen, bevor auch hier der Nebel angekommen ist!" Er nickte dankbar und folgte ihr wie ein Hund dem Frauchen.
Wie geht die Geschichte weiter? Lesen Sie in der nächsten 4. Folge:
"Römertopf- Gulasch"
In der Blockhütte war niemand. Ken klopfte und starrte durch die kleinen Fensterscheiben und rief laut ihren Namen. Es war dunkel geworden und die Tür war verschlossen. Einbruchsicher. Der Lift war schon nicht mehr in Betrieb. Ken war mit der letzten Fahrt gekommen.
Jetzt saß er fest. Er suchte mit den Augen nach einem Überlebensplätzchen für die Nacht. Unruhe kam in ihm auf. warum war Janet nicht zu hause? Es war doch ihr geheimes Zuhause dort oben in den Bergen! Er holte sein Mobilphon aus der Tasche und wollte sie an läuten, aber es war kein Netz vorhanden. Missmutig stapfte er wieder und wieder um das Blockhaus, eine Lösung zu finden sich erhoffend. War sie gar nicht gekommen? Kommt sie erst morgen? Janet war doch gar nicht so unzuverlässig! Oder doch? Da hatte es doch schon mal Situationen gegeben, wo sie unpünktlich gewesen war. Unmut machte sich in Ken breit.
Seine romantische Hoffnung schlug um in Enttäuschung und dann in leichtem Zorn auf eine Frau, die er liebte und die in schon aussichtslkoser Lage an kalter und nasser Felswand hing ohne dass er es wissen konnte und überhaupt jemand.
Und nur, weil er zu spät gekommen war! Deshalb hatte sie einen kleinen Spaziergang gemacht, war im Nebel vom Weg abgekommen und steckte nun an der Wand fest. Sie hatte einen Haken, den ein früherer Bergsteiger in der Wand gelassen hatte, mit fast erfrorenen Fingern ertastend gefunden und hatte sich an ihn mit dem Gürtel ihres Mantels festgebunden. So konnte sie wenigstens nicht mehr abstürzen. Unter ihr war eine Grauen erregende Tiefe, deren Grund sie im Nebel Gott sei Dank nicht sehen konnte. Nur gegen die Kälte konnte sie nichts tun. Sie konnte nur in einem kleinen Teil ihres Bewusstseins still verbleiben und versuchen, diesen mit warmen Gedanken aufzuheizen. Aber ob das vom Kältetod retten konnte, das wusste sie nicht. Sie konnte nur hoffen.
Die eiskalten Nebelfinger der Nebelwand klebten schon längst an ihrer Haut, die nicht mehr warm und sinnlich war, sondern so hart und so abstoßend wie Eis in den Kältekammern eines Leichenschauhauses.
Ken setzte sich auf einen Stapel Holzblöcke. Er vergrub seinen Kopf in seine Hände und begann die Kälte zu fühlen. Ob er ein Fenster einschlagen sollte? Das würde nichts nutzen, denn das Fenster war zu schmal für Kent. Er würde nicht hindurch passen.
"Na, ausgesperrt?" Er hörte eine Stimme, er hatte niemanden herannahen gehört, aber neben ihm stand eine plötzlich eine Frau. Erst hoffte er, Janet zu sehen, aber es war nicht Janet.
"Ich bin hier verabredet aber es ist keiner da!"
"Du wirst hier erfrieren. Komm mit, ich habe eine Hütte ganz in der Nähe. Und im Ofen ist ein warmes Essen im Römertopf!" Ihre Stimme war sehr verlockend, so wie das warme Essen und überhaupt, sie sah doch sehr anregend aus. War es Janet nicht selber schuld, dass er mit ihr ging? Sie hatte etwas an sich, das ihn wie magisch anzog.
"Ken!" stellte er sich vor.
"Daniella!" antwortete sie und gab ihm ihre Hand. Sie fühlte sich an, dass ihm sein Herz bis in den Hals schlug. Sie sah es und sagte freundlichst: "Es ist kalt hier ob ohne Feuer und etwas Warmes zu essen! Wir müssen sehen, dass wir schnell zu mir nach hause gelangen, bevor auch hier der Nebel angekommen ist!" Er nickte dankbar und folgte ihr wie ein Hund dem Frauchen.
Wie geht die Geschichte weiter? Lesen Sie in der nächsten 4. Folge:
"Römertopf- Gulasch"
Donnerstag, 11. November 2010
2. Folge: Ken und die Qualen des Todes
Ken saß in der Gondel auf der Fahrt hoch auf den Stiffeler Jochberg, wo ein gemütliches Blockhaus in der ungemütlichen aber abenteuerlichen und deshalb wild romantischen Atmo der Alpen auf ihn wartete. Und vor allem wartete dort Janet. Er freute sich auf sie, denn er hatte sie schon so lange nicht mehr gesehen. Und vor allem gefühlt. Und geatmet. Er war wie versessen auf den Duft, den ihr Körper ausströmte und auf das Gefühl ihrer Haut, über die seine Hand gleiten würde. Wenn sie neben ihm saß oder lag, dann fühlte er sich zu hause und er träumte davon, irgendwann einmal das Geld zu haben, sich mit ihr einen gemeinsame Wohnung leisten zu können. Dieser Traum kam ihm immer öfter und auch selbst dann, wenn seine Gedanken mit völlig anderen Dingen beschäftigt waren, die nichts, aber auch gar nichts mit Janet und ihrer geradezu übersinnlichen Körperausstrahlung zu tun hatten.
Aber Ken war ein rational denkender Mann. Er wusste, dass der Untergang jeder Beziehung eine gemeinsame Wohnung werden würde. Entfernung und Distanz erzeugen Sehnsucht, die begierig gestillt werden möchte. Nähe erzeugt Frustration und erst subtiler und dann offener Krieg.
Nein, da war es besser, Distanz zu leben, ja, sie auch ein wenig auf ihn warten zu lassen.
Sicher würde sie schon sehnsuchtsvoll aus dem Fenster schauen und ihre Blicke würden sich schon längst in die Steine auf dem Weg zum Blockhaus gebohrt haben.
Wahrscheinlich hatte sie schon mehrmals ihre Kleidung gewechselt und vor allem ihre Wäsche, weil ihr immer wieder eine bessere Dramaturgie des ersten Augenblicks ihres Wiedersehens eingefallen war.
Als Sopranistin genoss sie die Dramatik. Ken dachte an die Dramatik eines anderen ersten Augenblicks, als sie die Tür öffnete und in zerrissener Unterwäsche vor ihm stand, keuchend und transpirierend, wie nach einem wilden Kampf, ihre Haare wirr und in den Augen die Lustlohe des völligen Begehrens.
"Ich musste sie mir selber zerreißen, Du kommst zu spät!" stöhnte sie ihn an, als wäre es ihre letzte Kraft und dann umschlang sie ihn und zeigte ihm, wie viel Kraft noch in ihr steckte, während die Wohnungstür offen stand. Mit welcher freien Hand hätte man sie schließen sollen?
So träumte Ken seinen unrealistischen Traum, während Janet ganz realistisch die Qualen des Todes an der Felswand erlitt. Es war der nasse und eiskalte Wind, der schon unter ihrer Kleidung an ihre glatte Haut fasste und sie nicht mehr losließ.
Fortsetzung folgt:
3. Folge: Daniela und das Tantra des Todes
Aber Ken war ein rational denkender Mann. Er wusste, dass der Untergang jeder Beziehung eine gemeinsame Wohnung werden würde. Entfernung und Distanz erzeugen Sehnsucht, die begierig gestillt werden möchte. Nähe erzeugt Frustration und erst subtiler und dann offener Krieg.
Nein, da war es besser, Distanz zu leben, ja, sie auch ein wenig auf ihn warten zu lassen.
Sicher würde sie schon sehnsuchtsvoll aus dem Fenster schauen und ihre Blicke würden sich schon längst in die Steine auf dem Weg zum Blockhaus gebohrt haben.
Wahrscheinlich hatte sie schon mehrmals ihre Kleidung gewechselt und vor allem ihre Wäsche, weil ihr immer wieder eine bessere Dramaturgie des ersten Augenblicks ihres Wiedersehens eingefallen war.
Als Sopranistin genoss sie die Dramatik. Ken dachte an die Dramatik eines anderen ersten Augenblicks, als sie die Tür öffnete und in zerrissener Unterwäsche vor ihm stand, keuchend und transpirierend, wie nach einem wilden Kampf, ihre Haare wirr und in den Augen die Lustlohe des völligen Begehrens.
"Ich musste sie mir selber zerreißen, Du kommst zu spät!" stöhnte sie ihn an, als wäre es ihre letzte Kraft und dann umschlang sie ihn und zeigte ihm, wie viel Kraft noch in ihr steckte, während die Wohnungstür offen stand. Mit welcher freien Hand hätte man sie schließen sollen?
So träumte Ken seinen unrealistischen Traum, während Janet ganz realistisch die Qualen des Todes an der Felswand erlitt. Es war der nasse und eiskalte Wind, der schon unter ihrer Kleidung an ihre glatte Haut fasste und sie nicht mehr losließ.
Fortsetzung folgt:
3. Folge: Daniela und das Tantra des Todes
Sonntag, 7. November 2010
Wie gehts weiter, Janet?
Soap-Lyrik von Hans Bruncken
1. Folge:
Jetzt klebte Janet fest an der harten und tief gefrorenen Felswand. Der erbarmungslose Wind krallte sich in dieser schwindelnden Höhe von 2358 müN wie ein wildes Tier in ihre für eine solche Bergtour ungenügende Kleidung.
"Ich werde hier anfrieren und und man wird mich in hundert Jahren hier vielleicht konserviert finden! Scheiße!" Sie wunderte sich, dass sie nicht panikte. Sie hatte keine Angst und das ängstigte sie dennoch. Sie fühlte sich ruhig und sicher, obwohl unter ihr der neblige und eiskalte Abgrund so tief auf sie harrte, dass sie ihren möglichen tief unter ihr liegenden felsigen Aufschlagort nicht sehen konnte.
"Wenn morgen die Sonne scheint und den Fels wärmt, dann wird die Hand frei und ich werde runter fallen! Aber bis dahin bin ich in dieser Nacht erfroren! Wie bin ich denn nur in diese Scheiße geraten?"
Ganz einfach, sie hatte eine Abkürzung nehmen wollen. Weil es dunkler wurde und nebliger und sie schnell wieder in die warme, kuschlige vom offenen Holzfeuer gewärmte Berghütte zurück wollte. Warum war Ken auch nicht gekommen? Sie wollten sich doch schon gestern in "ihrer" Hütte getroffen haben. Aber er war nicht gekommen und so musste sie einfach auf eigener Faust Erkundigungsausflüge machen. Zu Fuß und ohne Kletterschuhe. Und dann war es höher und höher gegangen in nicht enden wollenden Serpentinen, die nur aus tiefer getretenen Geröllsteinen bestanden und da dachte sie, blond wie sie war und blauäugig, sie könnte auf dem Weg zurück diese dummen Serpentinen einfach umgehen und direkt nach unter gelangen. Ken hatte Schuld, das war ihr klar.
Aber dass sie jetzt an einer grauen, unbeobachteten Felswand fest geeist bald erfrieren würde, dass hatte sie sich weder erwünscht noch gedacht. Niemand, der ihr Leiden sehen konnte. Das schmerzte sie tief. Sterben ohne Bühne, das war für eine Opernsängerin das schlimmste. Und Janet sang Sopran!
Sie spürte ihren Körper schon seit einiger Zeit nicht mehr. Er war irgendwie schon tot. Es waren spitze, eiskalte Dolche von allen Seiten auf sie eingedrungen, angetrieben von dem grauenvollen Wind und diese Dolche hatten sie ganz einfach von ihrem Körper getrennt. Sie war eigentlich schon jetzt nur noch Geist, denkender Geist, sich erinnernder Geist, voller tiefem Ärger über Ken, der nicht gekommen war, und der so ihren Tod verschuldet hatte.
Kann Janet überhaupt gerettet werden?
Das lesen Sie in der nächsten Folge: Ken und die Qualen des Todes!
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