Sonntag, 21. November 2010

8. Folge: Das Licht

Wie sollte Janet Wärme in sich ausstrahlen, wenn sie "das" sah, sehen musste, wenn der Schreck sie in noch größere Kälte stürzte? Wie gebannt starrte ihr inneres Auge auf die schreckliche Szene.
Ken lag bewusstlos auf dem Boden und diese grauenvolle Frau öffnete die Gittertür und betrat mit einem Gegenstand in der Hand den vergitterten Raum. Sie beugte sich zu dem Bewusstlosen hinunter und legte ihm so etwas wie ein Hundehalsband um den Hals. Dann begann sie Ken zu entkleiden. Erst machte sie systematisch alle Knöpfe auf und Reißverschlüsse und dann zog sie dem völlig entschlafften alles aus, sogar die Unterhose. Sie betrachtete den völlig nackt auf dem Fußboden rücklings daliegenden Ken und schob mit ihren Füßen, die in komfortablen und kuscheligen bunten Hüttenschuhe steckten, die Beine Kens auseinander. Genüsslich betrachtete sie, was es da zu sehen gab. 
Janet fühlte eine Hitzewelle in sich aufsteigen. Wut brannte in ihr wie Feuer. Ihr schon bedrohlich flacher Atem wurde stärker. Ihr Brustkorb begann sich beim Einatmen zu heben und das schon dicker werdende Eis auf ihrem Körper und in der Kleidung begann zu reißen. 
Sie sah, wie die grausame Frau mit der Fußspitze ihres rechten Hüttenschuh an demjenigen Körperteil Kens spielte, für das sich Janet eigentlich die Exklusivrechte beansprucht hatte. Janets Muskeln spannten sich an. Sie wusste nicht mehr, dass sie mitten in der Nacht in schwindelnder Höhe an einer nasskalten Felswand gebunden war, mit dem Mantelgürtel an dem Gott sei Dank vergessenen Bergsteigerhaken. Und das, weil sie sich verstiegen hatte, weil sie nur mal kurz spazieren gehen wollte weil sich Ken verspätet hatte. Sie hätte treu auf ihn warten sollen, hätte ihn wenn auch als verspätet heimkehrenden freudig mit heißen Küssen begrüßen sollen, wie es sich gehört, um dann gemeinsam als zärtlich beginnendes Vorspiel spazieren zu gehen. Aber sie hatte sich über seine Verspätung geärgert und musste ja bockig weil beleidigt alleine gehen. Das hatte sie jetzt davon. Janet wurde sehr wütend und das tat ihrem fast völlig erfrorenen Körper gut. Niemand kann sich so tief aufregen wie eine liebende Frau. Bei Janet hatte das gesundheitsfördernde Wirkungen. Der Blutdruck stieg, Hitze entstand. Das innere Dunkel wich einem aufglühenden inneren Licht. Und Janet blieb wach, nein, sie wurde wacher, hellwach, als sie erkannte, was die böse Frau um den Hals ihres Ken gelegt hatte!
Die Frau verließ Kens Käfig und schloss sorgsam die Tür ab. Dann nahm sie ein Gerät, ähnlich einer Fernbedienung in die Hand und drückte auf einen Schalter. Kens Körper bäumte sich auf, krümmte sich, die Arme und Beine schlugen wie wild auf den Fußboden, Ken wurde abrupt wach und schrie. Zu seinen Schmerzen und seinem eigenen Schreien vernahm er das böse Lachen der Hexe.


Fortsetzung folgt. Lesen Sie die 9. Folge: Der Teletac 

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