4. Folge: Römertopf- Gulasch
Janet hatte sich bis auf einen kleinen, einen ganz kleinen inneren Raum in ihrem innersten Selbst zurückgezogen, sie hoffte, dass die eisige Kälte dorthin nicht dringen könnte.
Je mehr sie die Überlebenschance ihres Körpers schon aufgegeben hatte, desto mehr erkannte sie tief im Inneren ihres kleinen noch warmen Raumes, dass sie leben wollte. Nein, sie wollte auf keinen Fall sterben, schon allein deswegen, um Ken ganz gehörig die Meinung zu sagen, denn er war es schuld, dass sie in diese schlimme Lage geraten war. Wäre er pünktlich gekommen, wäre das nicht geschehen.
Wasser lief an dem nackten Fels der Felswand hinunter und nässte ihren Körper, den sie an diese ungemütliche harte Wand drückte. Gott sei Dank hatte sie einen vergessenen Bergsteigerhaken in der Wand gefunden, an dem sie sich mit dem Gürtel ihres Mantels festgebunden hatte.
"Leben, einfach leben!" dachte sie. Es dämmerte ihr, dass einfach nur zu leben, auch ohne Ansprüche und Ziele auch ganz schön sei. Selbst auch ohne Ken.
Ken lief hinter Daniela her und der Gedanken an ein gemütliches Zusammensein mit ihr anstelle von Janet und vor allem an den Römertopf- Gulasch beschleunigte seine Schritte, was auch notwendig war, denn Daniela lief schnell voraus. Der Weg wurde schmaler und der Abgrund tiefer, Der Weg war steinig und die Steine rutschten unter den Tritten. Die Nebelwand kam näher und ihre ersten weißen Arme erreichten Daniela, sodass er sie kaum noch sehen konnte. Aber dann ließ der Nebelarm sie wieder für kurze Momente los und er sah sie, wie sie schnell und schneller ging.
Eine Kurve der nach oben führenden Serpentine folgte die nächste und dann, endlich, nach langem Fußmarsch, sah Ken die Umrisse einer Hütte. Daniela hatte die Tür erreicht und sie mit einem Schlüssel geöffnet. Sie verschwand in der Hütte und als Ken erschöpft ebenfalls in die Hütte kam, brannte die Petroleumlampe auf dem Tisch und der offene Kamin hatte Feuer und verströmte seine wohltuende Wärme.
Ken rieb sich die Hände vor Freude. Er erkannte an der hinteren Wand des nur einen Raumes den Herd, von dem ein leichtes und warmes Summen ausging.
"Wenn Du Gulasch willst, dahinten im Herd, bedien dich!" sagte Daniela und ließ sich auf einer Bank nieder.
Ken ging hungrig zum Herd, nahm die dicken Stoffhandschuhe vom Haken neben dem Herd, bückte sich, um die Herdtür zum inneren Ofen zu öffnen und da hörte er ein Geräusch, das sich wie Rutschen von Eisen über Eisen anhörte und dann hörte er ein Schnappen. Wie ein Schloss einschnappt. Aber da war doch gar kein Eisen und kein Schloss gewesen, dachte er und sah voller Freude den heißen Römertopf im Herd.
Er packte ihn mit den dicken Handschuhen fest an und hob ihn aus den Ofen heraus und stellte ihn auf die Herdplatte.
"Da ist er!" sagte er und drehte sich zu Daniela um.
Und da sah er es: Ein Gitter trennte ihn von Daniela. Ein Gitter war hinter ihm heruntergegangen.
"Was soll das?" Seine Stimme klang scharf und auch schon verschüchtert, denn ihm dämmerte etwas, was er aber noch nicht glauben wollte. Er war gefangen.
Daniela sah ihn an und lächelte.
Vielleicht geht es Einigen, wie mir. Ich bin auf Seite 1 hängen geblieben, da ich die Funktion so eines Blogs nicht kannte. Und ich dachte schon Janet wäre tot ...
AntwortenLöschenJa, genau, ging mir auch so!
AntwortenLöschenAber Gott sei Dank, Janet lebt. Aber was wird nur Ken werden? Um Himmels Willen, hoffentlich ist er nicht in Lebensgefahr geraten! Ab Daniela ein Succubus ist? Will sie ihn etwas vernaschen??